3 Pässe – 3 Wanderungen in der Zentralschweiz

Ihr habt genug vom EM-Fieber um euch herum? Dann ab in die Alpen mit euch! Wenn man in den Alpen mal so richtig hoch hinaus will ohne gleich extreme Gletscher- oder Klettertouren einzuplanen, der sollte in die Zentralschweiz fahren. Dort gibt es die höchsten Pässe, und ausgehend von diesen Pässen, lohnende Wanderungen in diesen hohen Gefilden. Hier ein Tourentipp von mir, der insgesamt drei Wanderungen an drei Tagen beinhaltet.

berge sidelhorn
Auf dem Sidelhorn

Tag 1: Albert-Heim Hütte am Furkapass 

Wir starten von Andermatt aus, einem sehr netten, typisch schweizerischen Dorf kurz vor dem Gotthardtunnel und fahren den Furkapass hinauf bis zum Hotel Tiefenbach. Dort ist ebenfalls eine Haltestelle der Dampfbahn Furka-Bergstrecke, die von Realp durch den Furka-Scheiteltunnel nach Gletsch und Oberwald führt.

Der Furkapass ist mit 2.429m der zweithöchste Pass in der Schweiz. Von Tiefenbach aus führt ein schöner Weg hinauf zur Albert-Heim Hütte des SAC (2.543m), eine der urigsten Hütten in der Schweiz. Sie liegt wie eine Zitadelle auf einem kleinen Felsenhügel südlich des Winterstocks am Fusse des Tiefengletschers und bietet tolle Blicke auf die 3.000er ringsrum: die Bielenhörner, der Tiefenstock, das Gletschhorn und der mächtige Galenstock. Man fühlt sich wie in einer anderen Welt.

Es ist sehr ruhig hier oben – die Zeiten, in denen hier an den Granitwänden viel geklettert wurde, sind vorbei. Heute zieht es alle in die Kalk-Sportklettergebiete in Italien und Frankreich.

1. Auf dem Weg zur Albert-Heim Hütte

Dauer

Die Wanderung hinauf zur Hütte ist nicht allzu lang, etwa 2h und 400 Höhenmeter muss man rechnen. Wenn man möchte, kann man noch einen Abstecher hinauf auf den Schafberg machen, aber dann soll es auch genügen für den ersten Tag Wandern in dieser Höhe.

Blick vom Furkapass auf den Grimselpass
Blick vom Furkapass auf den Grimselpass

Tag 2: Grimselpass und Sidelhorn

Heute wagen wir uns schon auf über 2.700hm, nämlich auf das Sidelhorn am Grimselpass. Zunächst aber fährt man auf der westlichen Seite den Furkapass hinunter, vorbei am Rhonegletscher, der mittlerweile nur noch ein Schatten seiner selbst ist. Unten angekommen, geht es gleich wieder den Grimselpass hinauf, unter Motorradfahrern weltbekannt und daher an schönen Wochenenden leider auch viel befahren.

Totensee am Grimselpass
Totensee am Grimselpass

Vom Grimselpass aus wählen wir zunächst den Weg, der Richtung Süden etwas oberhalb vom Totensee entlangführt und dann in einem großen Bogen von Süden her auf das Sidelhorn führt. Auf diesem Wegteil geht es etwas einsamer zu, man wandert an riesigen Felsblöcken vorbei. Hinunter geht es dann die normale Wegstrecke über den Grat.

So ergibt sich eine schöne Tages-Rundtour von etwa 700 Höhenmetern und ca. 5h. Vom Sidelhorn aus hat man einen tollen Blick auf den Grimselsee, den Oberaarsee und im Hintergrund die mächtigen Berge Oberaarhorn und Schreckhorn.

1. Griessee

Tag 3: Vom Nufenenpass auf das Bättelmatthorn

Am dritten und letzten Tag der Tour fahren wir auf den höchsten Pass der Schweiz und besteigen von dort aus das Bättelmatthorn, einen 3.000er direkt auf der schweizerisch-italienischen Grenze gelegen.

Kurz vor der Passhöhe des Nufenenpasses auf 2.303 m zweigt eine Straße zum Griesstausee ab, dort befindet sich ein großer Parkplatz. Von hier geht man zum Griessee, der mit einem beeindruckend riesigen Windrad aufwartet. Der Weg führt dann weiter rund um den See bis zum Griespass, quert die Flanke des Bättelmatthornes und führt dann relativ steil hinauf zum Gipfel. Besonders die letzten 100 Höhenmeter sind sehr steil und geröllig und ziehen sich ganz schön.

 Aber die Mühe lohnt sich! Die Tour ist insgesamt landschaftlich spektakulär und auch nicht besonders viel begangen. Am ganzen Tag begegnen uns außer zwei weiteren Wanderern nur noch ein Pärchen Gemsen.

Gipfelanstieg zum Bättelmatthorn
Gipfelanstieg zum Bättelmatthorn

Fazit

Die Zentralschweiz ist landschaftlich sehr beeindruckend, und wenn man die üblichen Touristenwege verlässt, ist man schnell recht alleine in der Welt der Granitberge, Gletscher und Bäche.

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