3-5 Tages-Trekking zum Cerro Torre und Fitz Roy- Part 1

Short facts zur Tour

Dauer/Länge:1.400hm, 3-5 Tage
Höchster Punkt: Laguna de los Tres, 1.170m
Startpunkt: El Chaltén
Schwierigkeitsgrad: leicht
Ausrüstung: leichte Wanderschuhe, Stöcke, Trekkingausrüstung
Einkehrmöglichkeit: keine

Diese Tour ist der Klassiker schlechthin in Argentinien, denn man kommt in den Genuss der Sicht auf die patagonischen Paradeberge - Cerro Torre und Fitz Roy. Die Tour selbst ist leicht, man muss nur wenige Höhenmeter bezwingen und eignet sich daher auch für Trekking-Einsteiger. Theoretisch kann man die Haupattraktionen auch in diversen Tagestouren von El Chaltén aus erwandern, allerdings wandert man dann im Strom der anderen Tagesausflügler mit. Wenn man am Stück wandert und auf den kostenlosen Zeltplätzen in den Bergen übernachtet, kann man antizyklisch gehen und hat so die schönsten Orte am Morgen und am Abend fast für sich allein.

 Tag 1 - Wanderung von El Chaltén zur Laguna Torre

(5h, 350m Aufstieg, 100m Abstieg)

El Chaltén
El Chaltén

Wir starten recht spät in El Chaltén, gegen 15 Uhr, wobei es hier im Januar bis 23 Uhr hell ist und man so recht flexibel ist. Zunächst laufen wir am Hotel Los Cerros vorbei zum ersten Aussichtspunkt über El Chaltén und dann ein wenig höher auf den nächsten, von dem aus man zum ersten Mal ins Tal nach Westen blicken kann und dort bei gutem Wetter das Cerro Torre Massiv sieht. 

Noch kommen uns sehr viele Tagesausflügler entgegen, hier vor allem ausländische Reisegruppen mit Tourguide oder einheimische Jugendliche, die auch gerne im Fussballtrikot und mit Musik im Ohr entlangstapfen. 

Wir kommen uns etwas über-equipped vor mit unseren großen Rucksäcken.

Aber ca. ab der Hälfte des Weges, der sehr malerisch das Tal hinter führt, sind wir zunehmend alleine und treffen vermehrt Trekker wie uns oder die "Hardcore"- Variante der Kletterer und Alpinisten, die ausgerüstet mit Steigeisen, Seil und Helm an uns vorbeipreschen. Noch ist der Cerro Torre in Wolken gehüllt - der Lieblingszustand der Berge hier. Wenn man das Tal hinunterschaut dann sieht das Ganze recht ungemütlich aus, während hinter uns strahlend blauer Himmel ist - keine Seltenheit in Patagonien. Doch wir sind guten Mutes, für Morgen ist gutes Wetter angesagt.

Weiter geht es durch ein Gebiet, das irgendwann einmal vom Waldbrand heimgesucht wurde - hier stehen nur noch die Gerippe der Bäume. Etwas später geht es dann durch einen wahrlich zauberhaften Wald von Südbuchen, die hier seit Jahrzehnten gegen den starken Wind kämpfen. So einen Wald habe ich in Europa noch nie gesehen, es herrscht das reinste Chaos. Die Bäume sind gespalten, übereinander gefallen, aneinander gelehnt, liegen kreuz und quer.

Als wir aus dem Wald herauskommen sind es nur noch 2 km bis zum Camp und der Cerro Torre fängt an, sich aus den Wolken zu schälen. Wir holen nochmal Frischwasser an einem Bächlein, das nicht vom Gletscherwasser getrübt ist, und gehen die letzten Meter zum Campingplatz „D'Agostini“. Hier sind schon ein paar Zelte, aber alle Bewohner sind Trekker oder Alpinisten. Die Stimmung ist ruhig, jeder kocht sich sein Süppchen und bereitet sich auf eine frühe Nacht angesichts der morgigen Vorhaben vor.

Ein Schweizer erzählt uns, dass wir eine fantastische Gutwetter-Phase erwischt haben, den ganzen Dezember über soll schlechtes Wetter gewesen sein. Nachdem wir das Zelt aufgebaut haben, erklimmen wir die paar Meter hinauf auf die Endmoräne des „Glaciar Grande“ und erblicken nun die Laguna Torre und das Cerro Torre Massiv im besten Abendlicht. 

Zu unseren Ehren kommt nun auch der Gipfel mit dem berühmten Eispilz aus den Wolken hervor, ich kann unser Glück nicht glauben.
cerro torre berg schnee
Cerro Torre

Was wir an Tag 2 und 3 erlebt haben, erfahrt ihr in den nächsten Tagen!

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