3-5 Tages-Trekking zum Cerro Torre und Fitz Roy (2)

Tag 2 - Wanderung zum Camp Poincenot
(5h, 200m Aufstieg, 100m Abstieg)

Camp Poincenot
1. Camp Poincenot

Die Nacht ist unspektakulär und am nächsten Morgen lassen wir es ruhig angehen und machen noch einen Abstecher zur Abbruchkante des Gletschers. Ab 11 Uhr trudeln die ersten Gruppen der Tagesausflügler ein und wir packen zusammen. Es ist toll, so flexibel zu sein. Nach dem Mittagessen brechen wir auf und wandern ein paar Kilometer auf demselben Wege zurück und biegen dann nach Norden Richtung Camp Poincenot ab. Der Weg geht nun eine Weile mäßig bergauf und wir umrunden einen Vorberg des Fitz Roy Massivs. Den Fitz Roy haben wir bis jetzt noch nicht zu Gesicht bekommen und ich freue mich schon darauf, dass er auftaucht.

Wir wandern auf einer wunderschönen Hochebene und kommen an der Laguna di Madre und Laguna di Hijo vorbei. Es geht teilweise durch dichtes Gestrüpp und ich bin froh um meine langen Hosen und die robuste Jacke. Die Wege sind sehr staubig, wie alles hier, wenn es trocken ist. Ob beim Autofahren, wandern oder auf dem Zeltplatz, überall ist der feine Staub vorhanden und frisst sich in die Klamotten, ins Zelt, setzt sich auf der Haut und in den Haaren ab. Trotzdem haben wir Glück, dass es nicht gereget hat, denn dann verwandelt sich der Staub wohl in üblen Matsch.

Nach dem nächsten Waldstück taucht nun auch der Fitz Roy in unserem Blickfeld auf und bald auch mit seinen benachbarten Bergen, ein unglaublicher Anblick!

Wir wandern durch eine sandige Ebene und erreichen das Camp Poincenot. Dieses Camp ist auch bei den Jugendlichen recht beliebt und entsprechend voll. Man darf aber nur in den engen Grenzen des Camps sein Zelt aufschlagen, was letztendlich auch gut so ist, denn sonst wäre der komplette Nationalpark überlaufen. Wasser kann man im naheliegenden Fluss holen und es gibt ein Dixi-Klo.

Es gibt strikte Anweisungen, wie man sich zu verhalten hat, und aufgrunde dessen ist das ganze Gebiet auch sehr sauber und ordentlich. Wir beobachten, wie der Fitz Roy noch die letzten Sonnenstrahlen abbekommt, kochen unser Abendessen und verschwinden dann im Zelt.

Tag 3 - Laguna de los Tres und Wanderung nach El Pilar
(7h, 460m Aufstieg, 680m Abstieg)

Am nächsten Tag geht es früh los, um 8 Uhr erklimmen wir die 450 Höhenmeter zur Laguna de los Tres direkt unter dem Fitz Roy Massiv und gleichzeitig der Ursprungsort der meisten Fitz Roy Fotos.
Laguna de los Tres
Laguna de los Tres

450m innerhalb eines Kilometers ergeben einen ganz schön steilen Weg, aber ohne unsere großen Rucksäcke, die wir im Camp gelassen haben, ist das kein Problem. So früh ist die Sonne noch nicht besonders stark und die Horden der Tagestouristen haben die Lagune noch nicht erreicht. Wir können den Anblick also fast ganz alleine genießen. Auf dem Runterweg kommen uns dann die Massen entgegen und wir sind froh, mal wieder die Möglichkeit gehabt zu haben, antizyklisch zu gehen. Zurück am Zelt gibt es einen Haferbrei und dann packen wir zusammen und machen uns auf den Weg hinunter ins Tal, zur Hosteria El Pilar. 


Wir kommen am spektakulären Anblick des Piedras Blancas Gletschers vorbei und wandern durch einen weiteren Zauberwald bevor wir das Flussbett des Río Blancas erreichen und die Hosteria, wo wir uns einen teuren, aber leckeren Kuchen gönnen.

Piedras Blancas
Piedras Blancas

Für uns ist das Trekking damit vorbei, da wir von hier aus weiter das Tal des Río de las Vueltas nach Norden bereisen werden. Man kann jedoch noch zwei weitere Tage dranhängen, dann geht man vom Camp Poincenot aus zum Camp Piedras del Fraile und über die Laguna Azul zurück nach El Chaltén.

Fazit

Ich kann das Trekking allen empfehlen, die es etwas gemütlicher mögen und primär den Massen der Tagestouristen in dieser beliebten Gegend entgehen wollen. Wer es etwas sportlicher mag, der kann die Route noch mit diversen Abstechern ergänzen, wie zum Beispiel zum Camp Maestri am Cerro Torre oder zum Paso del Cuadrado, dem Base-Camp des Fitz Roy.

Newsletter